(Wahl-) Kampf um die beste Vernetzung
Montag, 21.09.2009Die Bundestagswahlen 2009 sind in greifbare Nähe gerückt und die Werbetrommel, die den geneigten Wähler zum mutmaßlich richtigen Kreuzchen bewegen soll, läuft auf Hochtouren.
Auch im Netz.
Das Stichwort lautet “Social Campaigning”, nach dem erfolgreichen Vorbild Barack Obamas. Zum ersten Mal wurde das Medium Internet für eine großangelegte Kampagne verwendet, die den Wähler in den Vordergrund stellt und einbezieht. Die Strategie wird vom amerikanischen Präsident auch nach dem Wahlerfolg fortgesetzt – die Zahl der Facebook-Supporter Obamas liegt beispielsweise mittlerweile bei über 6 Mio Usern.
Nun wird also im Wahlkampfjahr 2009 auch unter deutschen Parteien grundlegend nachgerüstet. Der Konkurrenzdruck ist groß und es bleibt, gerade online, kein Kanal ungenutzt. Es wird getwittert, gebookmarked und gebloggt was das Zeug hält. Waren während der letzten Wahl mehr oder weniger inhaltliche Präsentationen der Parteien ins Netz gestellt worden, so zeigt sich aktuell eine bunter Strauß an interaktiven Aktionen und Elementen im Kampf um die Gunst der Wähler.
Bemerkenswert ist jedoch vor allem der hohe Grad der Vernetzung von Parteien, Partnern und Usern: Diskussionsforen, Verweise auf Youtube, Flickr und Facebook, Profile der Politiker und Parteien in verschiedenen Portalen und vieles mehr.
Um möglichst viele, vor allem junge, Wähler für das Thema Politik in Deutschland zu begeistern, hat eines von Deutschlands bekanntesten Communityportalen die sogenannte „Wahlzentrale“ eröffnet.

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Die Wahlzentrale des Social-Network-Anbieters „meinvz.net“ vernetzt vorbildlich Parteien und Wähler, regt zur Meinungsbildung und zum Dialog an. Hier zeigt sich Web 2.0 Charakter in Reinkultur.
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Es entsteht ein Miteinander anstelle des bisherigen Nebeneinanders: Nützlichen Informationen rund um Politiker und deren Kampagnen, Themen-Videos, Linklisten zu Politiker-Profilen und jede Menge interaktive Inhalte.
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Die Wahlsoap „Zeit der Entscheidung“ bietet auf einprägsame und unterhaltende Weise Einsicht in politische Streitfragen, natürlich nicht ohne den Wähler zur Stellungnahme aufzufordern. Medienkooperationen mit starken Partnern wie dem ZDF oder der Süddeutschen Zeitung untermauern die Ernsthaftigkeit des Angebotes und die berühmte “Sonntagsfrage” sorgt unter den Usern für greifbare Ergebnisse. Über Twitter wird verfolgt, was in der Wahlzentrale vor sich geht; über wahl.de zeigt sogar eine interaktive Kartenansicht was in welchem Bundesland getwittert wird. Ebenso werden die User über die Entwicklung der Anhängerzahlen auf dem Laufenden gehalten – so ist zum Beispiel die Entwicklung der Anhänger der Piratenpartei auf “meinVZ” derzeit in aller Munde.
Unter anderem machen Gruppen wie die “Demokratie Botschafter” einen großen Teil des Erfolges der Online Beteiligung im Wahlkampf aus. Auf diesem Portal können Wähler sich zum “Wahldate” verabreden oder an Aktionen wie “L@uffeuer“, einer Art des modernen Kettenbriefes, teilnehmen. In der sogenannten “Wechselwähler WG” werden, für politisch Unentschlossene, Diskussionsrunden mit verschiedenen Politikern angeboten und noch vieles mehr. Die Verlinkung zum obligatorischen Wahl-O-Mat darf natürlich nicht fehlen - ein Online-Test, der jedem, der sich seiner politischen Ausrichtung noch nicht sicher ist, die Entscheidungsfindung erleichtern kann.
Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig das Internet und auch speziell das Thema Web 2.0 für den Wahlkampf geworden sind. Im World Wide Web erreicht man die Jungwähler und die Wähler der Zukunft, daher scheint die Informationsverbreitung über das Netz eine logische Konsequenz zur sinkenden Wahlbeteiligung seit der Bundestagswahl 1998.
Entscheidend für den Erfolg wird auf Dauer sein, wer die beste Vernetzung seiner Interessenten im Web erreicht und es versteht seine Wähler schon vor dem Gang zur Wahlurne zu aktivieren.


Susanne Otten


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