Der Markt der „Deals“ bekommt Zuwachs
Montag, 30.05.2011Das Segment der sogenannten „Deal“-Plattformen, also Anbieter von Rabatten und Gutscheinen, wächst in diesen Tagen weiter. Neben dem bisherigen Marktführer Groupon stoßen nun auch zwei weitere „Giganten“ in dieses Segment vor. Google mit Google Offers und Facebook mit Facebook Deals. Beide Anbieter testen derzeit intensiv, wie sie Rabatte und Gutscheine für Ihre User anbieten können und wie die Akzeptanz dafür ist. Paul Mardsen bietet in seinem Artikel einen Überlick der drei Anbieter, den wir einmal zusammengefasst haben:

Groupon
- ca. 70 Millionen Mitglieder
- Deal-Konditionen: mindestens 50% Rabatt, Mindestanzahl von Käufen gefordert
- Kosten: 20% – 50% Provision
- Gründe für die Nutzung: Marktführer, Kerngeschäft, umfangreiches lokales Netzwerk
- Gründe gegen die Nutzung: Große Rabatte erforderlich, es können große Provisionskosten entstehen
- Anmerkung: Aktionen können selbst angelegt oder voll begleitet werden
- Social Media Komponenten: Sharing, Empfehlungen

Facebook Deals
- ca. 600 Millionen Mitglieder
- Deal-Konditionen: kein Mindestrabatt, keine Mindestanzahl von Käufen gefordert
- Kosten: zur Zeit noch unklar
- Gründe für die Nutzung: In Facebook integriert, hohe Flexibilität der Deals möglich
- Gründe gegen die Nutzung: noch keine Erfahrungswerte vorhanden, noch ungetestet, kein Kerngeschäft von Facebook
- Anmerkung: Eine Abrechnung über die hauseigene Währung Facebook Credits wäre möglich
- Social Media Komponenten: Deals mit Fokus auf Social Media, Empfehlungen, Starke Integration in Facebook

Google Offers
- ca. 200 Millionen Mitglieder (Google E-Mail Account wird vorausgesetzt)
- Deal-Konditionen: mindestens 50% Rabatt, keine Mindestanzahl von Käufen gefordert
- Kosten: zur Zeit noch unklar
- Gründe für die Nutzung: Marktführer im Bereich Online-Werbung, Integration in die Google Suche, E-Mail und Ortsseiten
- Gründe gegen die Nutzung: noch ungetestet, lückenhafte Erfolgsbilanz beim E-Commerce
- Social Media Komponenten: keine
Einen erheblichen Mehrwert bietet Facebook Deals, da die Angebote zum Beispiel über die mobile Facebook Anwendung zu erreichen sind und in den eigenen Statistiken ausgewertet werden können. Für Google Offers gilt dies im gleichen Maße bei der Integration über Google Maps, Google Ortsseiten und auch Youtube.
Der große Unterschied bei beiden neuen Plattformen zu Groupon liegt aber in der Ausrichtung. Das Groupon Angbeot ist stärker auf den vermeintlichen Käufer des Rabattes ausgelegt, während Facebook Deals und Google Offers für Anbieter der Rabatte interessant ist. Auf den lokalen Markt bezogen ist dies ein großer Unterschied.
Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Testphase der neuen Plattformen entwickelt und welche Veränderungen oder neue Ideen eingebracht werden, um den wachsenden Markt der „Deals“ zu bereichern. Darüber, dass dies geschehen wird besteht kein Zweifel.

Wilhelm Okesson


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