Couponing im Gastgewerbe
Montag, 20.02.2012Wer von uns freut sich nicht über die Möglichkeit, mit Coupons und Gutscheinen zu sparen? Doch nicht nur Kunden und Gäste profitieren von Rabatt-Gutscheinen, auch für gastronomische Betriebe oder Hotels können diese wohldosiert auch erfolgreich eingesetzt werden. Wie jede Medaille hat diese aber auch zwei Seiten.
Das Couponing ist kein wirklich neues Phänomen und ist in den USA schon Volkssport. Durch den Wegfall des Rabattgesetzes ist die Gutscheinwelle in Deutschland aber erst im Jahr 2001 losgetreten worden. Die zunehmende Personalisierung und Absatzfokussierung im Marketing der letzten Jahre sorgte dafür, dass Coupons mittlerweile eine wichtige Funktion im Marketingmix einnehmen.
Groupon, DailyDeal und Co.
So entstanden in den letzten Jahren diverse Online-Gutschein Plattformen wie Groupon oder DailyDeal. Die derzeitige Relevanz von Coupon-Plattformen lässt sich am besten in den Zahlen von letzterem Anbieter festmachen: Daily Deal hat seinen Gutscheinabsatz in Gastgewerbe und Tourismus in der D-A-CH Region in 2011 versechsfacht auf 106.000. Es ist noch viel Luft nach oben, jedoch hat jeder Anbieter die enorme Herausforderung möglichst schnell international eine gewisse Größe zu erreichen und dabei die eigene Dienstleistung auf Regionen und Städte runterzuskalieren. Die Tragfähigkeit dieses Geschäftsmodells ist noch nicht bewiesen. Das kleinteilige Akquirieren von lokalen Partnern ist extrem kostenintensiv und führte bislang zu konstant hohen Verlusten.
Couponing im Unternehmen
In unserer Branche ist der „klassische“ Gutschein längst etabliert, währrend das Couponing über Online-Plattformen da noch sehr in den Kinderschuhen steckt. Kritisch betrachten sollte man auch die extrem hohen Provisionen, welche in der Regel 50% des Gutscheinwertes ausmachen. Ein Engagement sollte hier gut durchdacht sein, denn es kann Situationen geben, in denen der gezielte Einsatz von Coupons auch über Groupon & Co. sinnvoll erscheint.
Wichtig ist vor allem eine klar definierte Zielsetzung:
- Was wollen wir mit dem Einsatz von Gutscheinen erreichen?
- Sollen zusätzliche Umsätze generiert oder saisonale Schwankungen ausgeglichen werden?
- Geht es um die Einführung eines neuen Angebots oder um das Generieren neuer Kundenkreise?
Vorbereitung einer Coupon-Aktion:
- Es sollten ein Kontingent und eine Kostenkalkulation festgelegt werden.
- Die Kosten alternativer Maßnahmen mit ähnlicher Zielsetzung sollten betrachtet werden.
- Der Einsatz von Coupons sollte immer aktionsbezogen, zeitlich limitiert und in die Gesamtstrategie eingebunden sein.
Umsetzung:
- Es bieten sich klassische Rabatt-, Zugabe- oder Treuecoupons an.
- Die Einbeziehung sozialer Netzwerke spielt eine zunehmende Rolle.
- Wenn möglich sollten Coupons auch personalisiert werden, um eine individuelle Kundenkommunikation zu fördern.
Bei der Nutzung von Online-Coupon-Plattformen sollte man jedoch folgendes beachten:
Anbieter wie Groupon zahlen nur Gutscheine an die Partner aus, die auch tatsächlich eingelöst werden. Der Gutscheinwert sollte immer leicht über den regulären Preisen liegen, um die Rendite durch verfallende Restbeträge oder Zuzahlungen zu verbessern. Auch ergänzende Optionen oder Versandkosten gehören nicht in den Coupon. Update: DailyDeal hat auf die Skepsis vieler Partner reagiert und zahlt diesen die Einnahmen aus nicht eingelösten Gutscheinen zurück. Ebenfalls verbessert wurden auch die Auszahlungsbedingungen.

Maik Bohne


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