Eindrücke & Meinungen von der dmexco 2010
Montag, 20.09.2010“Eine ausverkaufte Expo mit 355 nationalen und internationalen Top-Ausstellern auf 27.000 Quadratmetern, rund 15.800 Fachbesucher und ein Conference-Programm mit mehr als 150 Top-Speakern aus aller Welt: Die dmexco 2010 verzeichnete sowohl qualitativ als auch quantitativ ein starkes Wachstum!”, so die Pressemitteilung mit dem offiziellen Fazit der Veranstalter. Wir möchten zu dieser selbstgewählten “Eins plus” unsere und eine Auswahl anderer lesenswerter Eindrücke beimischen.

Im Großen und Ganzen würden wir die dmexco 2010 auch als erfolgreich bezeichnen – die kritischen Zwischentöne finden sich dann für uns auch eher im organisatorischen und inhaltlichen Rahmenprogramm. Nach dem viel versprechenden Debut in Köln letztes Jahr waren die Erwartungen an die diesjährige Ausgabe – auch bei uns – schon recht hoch gesetzt.
Verwundert hat mich die Tatsache, dass es eine Veranstaltung in der Größe der DMEXCO leider teilweise nicht geschafft hat, Infrastruktur für das Internet zur Verfügung zu stellen. Oftmals hätte man sich gerne GLEICH mehr informiert oder andere Dinge im Net zu tun gehabt, doch das war teilweise nicht möglich – oder nur, wenn man sich über das WLAN der Registrierkassen der Gastro eingeloggt hätte.
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Bernhard Hochrainer
Tatsächlich fehlte es (nicht nur uns) an jeder Information, wie denn der angebotene freie WLAN Zugang zu nutzen gewesen wäre – allgemeines Achselzucken dazu beim Messepersonal. Vielleicht war aber auch schlicht die Infrastruktur überlastet.
Zu einem organisatorischen Punktabzug müssen auf jeden Fall auch die teils chaotischen Zustände im Vorfeld der Seminare führen. Eigentlich spräche aus unserer Sicht auc nichts dagegen, im Vorfeld (oder im Laufe des Messetages) an Terminals Tickets für die einzelnen Angebote auszugeben – “first come, first serve” ist bei diesem Besucherzuspruch und der mangelnden Organisation jedenfalls kein Zukunftsmodell.

Auch qualitativ haben uns bei weitem nicht alle besuchten Panels und Vorträge überzeugt. Wir möchten an dieser Stelle aber kein “Bashing” betreiben, schließlich gab es auch Lichtblicke wie den vielbeachteten Auftritt von Andreas Bersch im Speakers Corner zum Thema Facebook Fanpages.

Zum Thema Facebook ist auch im Blog von Mobile Zeitgeist zu lesen:
Die Macht von Facebook wurde von der Seite der BVDW Fachgruppe eCommerce bestätigt:
- Facebook ist nun tatsächlich öfter die Herkunft eines Visits als Google, wann und wo sagte man nicht dazu…
- Facebook wird bereits mehr mobil als am Desktop benutzt
- Insider behaupten Facebook und andere Soziale Netzwerke werden in naher Zukunft um Banklizenzen ansuchen um Online Konten führen zu dürfen die die echte Rückzahlung von virtuellem Geld ermöglichen.
Wie schon häufiger hängen die VZ Netzwerke im Windschatten von Facebook fest – ein Thema, was immer wieder gerne für leidenschaftliche Diskussionen gut ist. Selbst aufgrund der vagen Ankündigung auf der Messe, demnächst eine Art “Like”-Button auch für StudiVZ & Co. einzuführen, geht es bei den Kommentaren zur Nachberichterstattung auf Basic Thinking schon wieder rund – unter Beteiligung von VZ-Offiziellen.
Leider ist uns auch – wie vielen anderen – die ritualisierte Phrasendrescherei aufgefallen. Zur Vorbereitung auf 2011 sei an dieser Stelle empfohlen: Vokabeln für die dmexco.
Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass das Verklausulieren von Nichtigkeiten in kompliziert klingende Wortkonstruktionen immer noch hip in der New Economy ist: So dachte ich bisher, dass man “Hintergründe erforschen kann”. Nein, man muß da “Insides generieren”. Toll. Diesen Spruch merke ich mir. Was unter “Engagement Modellierung” zu verstehen ist, weiß ich bis heute nicht, aber ich vermute, auch das wird nichts wichtiges sein.
Torsten Frank
Das sich die ganze Branche in einem dynamischen Entwicklungsprozess befindet, der nicht nur Gewinner produziert, war teilweise sogar auf der Messe zu spüren.

Uns fehlte zudem ein wenig die Einbeziehung der weichen ROI-Faktoren bei der Bewertung von Social Media Engagements – bei den Präsentationen und Diskussionen auf der dmexco orientierte man sich wieder einmal eher an schnellen, reporting-tauglichen Zahlen denn an qualitativen, nachhaltigen Metriken.
Leider waren die treibenden Köpfe der deutschen Social Media-Landschaft auf den Bühnen völlig unterrepräsentiert. Über die Gründe mag ich gar nicht spekulieren. Sofort wurde vom Management bekannt gegeben, dass aufgrund des „großen Erfolgs“ die dmexco 2011 wieder stattfinden wird – welcher Erfolg? Der Kongress sollte nicht verpassen, sich in seiner nächsten Ausgabe gegenüber echten Impulsen zu öffnen. Zum Beispiel in Form interessanter Botschafter aus den re:publica- und BarCamp-Kreisen.
Hannes Mehring
Abschließend wollen wir natürlich auch noch die Veranstalter zu Wort kommen lassen, die sich bereits über einen dritten Tag auf der dmexco 2011 Gedanken machen.
Weitere Stimmen zur dmexco 2010 finden Sie auch im Blog von seo.at.

Matthias Ellerbrock


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